Zieht Euch warm an!
Impressionen vom Rosenmontagszug 2010
īne echte Wurringe Jeck hätt im Hätze Sunnesching! Und wie gut, dass das so ist! Wie anders wäre es sonst zu erklären,
dass bei , naja, sagen wirīs mal in der höflichen Variante, Schmuddelwetter, ein solch strahlender Rosenmontagszug
zustande kam. Angelockt von dieser "Jeckensonne" säumten tausende Zuschauer den Zugweg. Prinz Arno I. strahlte so
sehr, dass niemand die Sonne wirklich vermisste. Solcher Art auf Betriebstemperatur gebracht, schmolzen Schnee und
Eis auf dem Zugweg derart schnell, dass die befürchtete Sturzorgie verhindert werden konnte. Nur die Kinder bekamen
beim Kamelleklauben schon mal feuchte, kalte Finger. Was aber nicht weiter schlimm war, denn die Schätze, die es zu
bergen galt, versüßten in Handumdrehen die Mühen. Der Prinz und die Zugteilnehmer leisteten ganze Arbeit, um das
Versprechen des Prinzen einzulösen, dass er während der Kindersitzung der GKG gegeben hatte. Einen Kamelleregen,
der Vorrat bis zum Sommer bringt.
Doch bevor es los ging an diesem winterlichen Rosenmontag, gab es noch hohe Anforderungen an die Kreativität der
Originalgruppe. Da in unserer Gesellschaft Mitglieder des Moskauer Klubs der Eisbären eher rar vertreten sind,
galt es sich Gedanken zu machen: Was unter der Schwimmbotz anziehen? Das trug sich dann in etwa so zu:
Unterhose, lange Unterhose, Schwimmbotz an und raus vor die Tür. Brrrrrrrr, klapper, klapper. Rein ins Haus,
Schwimmbotz aus, zweite lange Unterhose an, Schwimmbotz drüber und raus vor die Tür. Brrrrrrr, klapper, klapper.
Rein ins Haus, Schwimmbotz aus, Radler drüber, Schwimmbotz an, raus vor die Tür. Und...., und....., Brrrrrrr,
klapper, klapper. Rein ins Haus. Schwimmbotz aus, dritte lange Unterhose drüber. Raus vor die Tür. Und.....,
und...... Ja, so geht's. Die gleichen Lagen auch für obenrum und fertig ist der Olympiasieger von 1924. Ääääääh,
was mache ich eigentlich, wenn ich mal muss?
So oder ähnlich bekleidet wurde der Aufstellungsort erreicht. Dort gab es viele Strategien des Anwärmens zu bestaunen.
Die Majorettengarde sang kölsche Lieder und schunkelte sich warm. Anderen wurde angesichts des schönen Mottowagens
unserer Gesellschaft so richtig warm ums Herz. Wieder andere füllten unaufhörlich Heißgetränke in sich hinein. Auch
Hochprozentiges verfehlte seine Wirkung nicht. Selbst Glimmstängel schienen wärmende Wirkung zu haben. Rudelbildung
trug ebenfalls zum Warmhalten bei. Schunkeln sowieso; und dann war da noch diese so sehr wärmende Vorfreude auf den
bevorstehenden Zug durchs Dorf.
Endlich ging es los. Die Kapellen hatten vorsichtshalber überwiegend heißere Rhythmen gewählt, und die zahlreichen
Zuschauer am Zugweg trugen mit Kamelle- und Strüßjerrufen auch dazu bei, dass niemand frieren musste; denn es gab
ja immer was zu tun. Und so zog ein herrlich bunter Lindwurm von sehr gut aufgewärmten Jecken durch die wieder so
prächtig geschmückten Straßen.
Text: Dieter Trojahn
Fotos: Dieter Trojahn
Wie schön et wor luurt he!
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