| "E Fastellovendsspill" vom 16 und 17.01.2009 Was für ein grandioses Bild zum Abschluss. Die Bühne des Vereinshauses ist ein Meer in rot und weiß. Und mittendrin ein stolzer Präsident Holger Miebach. Er hat auch allen Grund dazu. Ist ihm doch kurz zuvor vom sichtlich beeindruckten Präsidenten des Festkomitees Worringer Karneval Klaus Dittgen bescheinigt worden, dass die Große Karnevalsgesellschaft mit ihrem Fastelovendsspill einen weiteren Meilenstein im Worringer Karneval gesetzt hat. |
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Diesen Dank gibt Holger Miebach gern weiter an den Ehrenpräsidenten der GKG Robert Schneider.
Schließlich ist es dessen Penetranz und Sturheit zu verdanken, dass es der Gesellschaft gelungen ist, ein
denkwürdiges Spektakel auf die Beine zu stellen. Den Besuchern des Fastelovendsspills mit dem Titel "Om Bahnhof es
d'r Düvel los" wird am 16. und 17. Januar 2009 ein Spektakel geboten, das so schnell nicht seines Gleichen finden
dürfte. Manch Besucher staunt nicht schlecht, als er den Saal betritt und eine durch den Vorhang verschlossene Bühne vorfindet. Als Paul-Heinz Wirtz, der gemeinsam mit Holger Miebach für das Drehbuch verantwortlich zeichnet und auch an beiden Abenden Regie führt, Erläuterungen für das bevorstehende Ereignis gibt, steigt die Spannung merklich. Zumal er in seinen Ausführungen unter dem leisen Gelächter des Publikums auf eine nördlich von Worringen liegende Stadt verweist, die mit D beginnt. Das Gelächter schwellt an, als er den Namen der Stadt zu Düsselmagen vervollständigt. Der Vorhang öffnet sich, und es passiert etwas, das bisher bei Karnevalssitzungen in Worringen noch nicht vorgekommen ist. Das Publikum applaudiert einer leeren Bühne. So ganz leer ist sie aber nicht. Denn was da als Kulisse steht, ist unschwer als das Innere des alten Worringer Bahnhofs zu erkennen. Der Beifall gilt den Bühnenbauern der GKG, die unter der Leitung von Michael Pleißner eine wahres Prachtstück an Bühnendekoration geschaffen haben. Manch einer der älteren Besucher bekommt einen wehmütigen Blick und als Prinz Markus I. zu einem späteren Zeitpunkt an die gute alte Zeit anknüpft und auch den Vergleich mit der jetzigen S-Bahnstation nicht scheut, ist viel beifälliges Nicken im bis auf wenige Plätze ausverkauften Saal zu sehen. Und dann beginnt das Fastelovendsspill. Die Zeit vergeht wie im Flug und verdutzt reibt sich mancher die Augen, dass es schon nach Mitternacht ist, als der Sonderzug nach Düsselmagen abfahren kann. Der Bahnhofsvorsteher Holger Miebach und sein Fahrdienstleiter Hans-Josef Dittebrand zeigen sich immer auf Ballhöhe und jeder Situation gewachsen. Dank ihrer Spielfreude und einem überaus begeisterten und fairen Publikum werden selbst kleinere Pannen und Mißgeschicke, wie sie einer Laienspielschar schon mal unterlaufen, zum puren Vergnügen. Ihr verbales Pingpongspiel und ihrer Schlagfertigkeit ist ein Garant für den großen Erfolg beider Veranstaltungen. Schaut man sich die Leistungen der Interpreten der GKG vor diesem Hintergrund an, so scheint es, als ob sie durch das Bühnenbild und die beiden Protagonisten, die durch das Programm führen, beflügelt seien. Vielleicht ist es aber auch die Aussicht vom Wirt Oswald, dargestellt von Willi Thoma, ein Getränk zu erhalten. Sicher ist es aber der Wunsch eines jeden Auftretenden, für sein Publikum nur das Beste zugeben. Schon Sarah Steven, die mit ihrem Eingangslied das Bahnhofstreiben beschreibt, erhält begeisterten Applaus. Ihr folgt das Kindertanzkorps der GKG, dass erstmals unter der Leitung von Sandra Brischke, Ina Linnig und Julia Michel auftritt. Da wird schon mal das ein oder andere Mariechen oder Funk resolut von den anderen wieder in die richtige Richtung gedreht. Einfach köstlich, den Kleinen und Kleinsten zu zusehen, wie sie mit Feuereifer marschieren, das Stippeföttche probieren oder einfach stehen bleiben um zu gucken, was da auf und mehr noch vor der Bühne passiert. Wie immer ein heftig umjubelter Auftritt. Ist doch klar, dass so ein Püngel Flüh auch nach Düsselmagen muss. Denn in Sachen Nachhilfe, wie richtig Fastelovend gefeiert wird, darum hat Düsselmagen gebeten, darf das Kindertanzkorps nicht fehlen. Der Bahnhofsvorsteher schickt die Kleinen bis zur Abfahrt des Sonderzugs noch zum Spielen vor den Bahnhof. Kaum sind sie fort erscheint ein etwas verlorener Pennäler, der ausgerechnet an Weiberfastnacht einen Aufsatz in der Schule abgeben muss. Das Problem sei gewesen, so Christian Gaugler, der für diesen Vortrag viel Applaus erhält, das der Aufsatz keine zusammengesetzten Hauptwörter enthalten darf. Die Fragezeichen, die auf der Stirn von Bahnhofsvorsteher und Fahrdienstleiter erscheinen, verschwinden sofort als Sätze fallen, in denen Ausdrücke wie Salat der Kartoffel, aus dem Henkel des Mannes, du Nelke des Pisses und du Eule des Saufens vorkommen. Viel Gelächter begleitet Christian Gaugler, der trotz seiner jungen Jahre bereits eine feste Größe bei den Interpreten der GKG ist. Zu seinem Schrecken stellt der Bahnhofsvorsteher fest, dass der Worringer Prinz Markus I. viel zu früh zur Abfahrt des Sonderzuges erscheint. Er begrüßt ihn artig und nachdem der Prinz seinem in der Wartehalle (Saal) weilendem, närrischen Volk seinen Gruß entboten hat, nimmt er ebenfalls im Wartesaal Platz, um dem weiteren Geschehen zu folgen. Am Samstag allerdings, vermutlich wegen der Verspätung, die der Sonderzug am Freitag hat, zieht er es vor mit der eigenen Prinzenkarosse nach Düsselmagen zu fahren. Er verabschiedet sich deshalb schon frühzeitig. Ja, und wenn dann das beste Stück des Worringer Karnevals abfahrbereit in der Wartehalle sitzt, dann ist die Stimmung im Wartesaal nahe dem Siedepunkt. Doch plötzlich passiert etwas, womit niemand der Anwesenden gerechnet hat. Die vertrauten Geräusche eines einfahrenden Zuges dröhnen aus den Lautsprechern und tatsächlich, ein Zug fährt ein. Zuerst ungläubiges Staunen und dann begeisterter Beifall für diese tolle Idee und deren Umsetzung. Aus dem Zug steigt Ilona Kircher, die vom Bahnhofsvorsteher animiert, das Lied "Do bes Kölle" von Tommy Engel präsentiert. Jetzt kocht die Wartehalle, die ersten steigen auf die Stühle. Frenetischer Beifall ist der Lohn für diesen gekonnt vorgetragenen Beitrag. Nun soll der Zug wieder abfahren und der Fahrdienstleiter soll das Zeichen geben. Da stürmt mit lauten Rufen eine Person im weißen Kittel in die Bahnhofhalle. Sie bleibt wie angewurzelt stehen, als sie, eine Ärztin aus der Klinik Langenfeld, wie sich herausstellt, in dem Fahrdienstleister einen ehemaligen Patienten erkennt. Es entspinnt sich eine heiteres Zwiegespräch zwischen der Ärztin (Ina Linnig) und dem Fahrdienstleiter, dass vom Publikum mit viel Applaus bedacht wird. Kaum ist der Zug abgefahren, wobei mancher im Saal rätselt, wie es möglich ist, einen solch langen Zug auf der Bühne unterzubringen, da fällt ein sichtlich angeheiterter Wolfgang Jansen aus der Bahnhofsgaststätte. Seine Töchter Anne und Julia haben schon gewartet und gemeinsam singen sie als Sänger us d'r Lohn das Lied der Blääck Fööss "Wenn dann des Musik spillt". Kaum das die ersten Takte erklingen, ist der Saal auf den Beinen und es wird lauthals mitgesungen und geschunkelt. Selbst der Bahnhofsvorstehr greift sich seinen 1-Euro-Jobber und schunkelt still vergnügt. Es folgen die Rhingdüvel, die wieder eine furiosen Tanz mit Showeinlagen präsentieren und dafür lang anhaltenden Beifall erhalten. Dann wird es sehr still im Wartesaal. Der Fahrdienstleiter rollt einen großen Karton herein; dem ein verschlafener Zacheies in der Gestalt von Andrea Jansen entsteigt. Sie trägt einen eigenen Text auf Worringer Platt in Reimform vor. Wie es sich für den Zacheies gehört, dreht sich dabei alles um die Worringer Kirmes. Diejenigen, die des Worringer Platts mächtig sind nicken oft sehr verständnisvoll mit dem Kopf. Die es nicht sind, erahnen worum es geht. Der starke Applaus, den Andrea Jansen erhält, zeigt, dass durchaus auch mal ernste Töne im Karneval angebracht sind. Zumal, wenn sie so charmant und engagiert vorgetragen werden. Die ihr folgende Marika Pilz und ihre Tochter Anna-Maria Pilz zaubern mit dem schönen Lied "Knallrude Pappnas" schnell wieder ein Lächeln in manch ernstes Gesicht und werden dafür mit herzlichem Applaus belohnt. Mit dem umjubelten Auftritt der Majorettengarde geht es in die Pause. Die Pausenmüdigkeit ist sofort verflogen als mit Beginn der 2. Hälfte 11 Mädchen, die Wartehalle stürmen und wie entfesselt tanzen. Es sind die Dilldöppcher, die von Yvonne Seeger auch in dieser Session hervorragend vorbereitet wurden. Das Publikum rast und ohne Zugabe werden die Mädchen nicht entlassen. Endlich ist die Stunde für zwei Fußballfans gekommen. Sie sind schon mehrfach beim Bahnhofvorsteher gewesen, um den Zug zum Stadion nicht zu verpassen. Aber, welcher Mann kennt das nicht, sie haben sich in der Bahnhofskneipe verquasselt und deshalb den Zug verpasst. Dankbar nehmen sie das Angebot des Bahnhofvorstehers an, sich das so wichtige Spiel auf dem Fernseher in der Wartehalle anzusehen. Die Kommentare der beiden sind zum Schießen komisch, zumal einer von beiden (Herbert Meudt) schon am Trikot erkennbar, von Fußball keine Ahnung hat. Der andere (Hans Moers) erklärt lauthals, er wisse alles über Fußball. Er muss allerdings bei der Frage passen, wieviel Löcher das Tornetz hat. Hans Moers als lärmiger Fußballkenner und Herbert Meudt in seiner trockenen Art ergänzen sich ideal, und ihr erster gemeinsamer Auftritt kommt an, was der herzliche, aufmunternde Beifall beweist. Wieder läuft ein Zug in den Bahnhof ein. Der Bahnhofsvorsteher wendet sich hilflos an seinen Fahrdienstleiter, weil er nicht weiß,wie es weitergeht. Der verweist ihn an die hübsche Schaffnerin, die mit dem Zug angekommen ist und beim Wirt Oswald Pause macht. Sie ist gern bereit ein Liedchen zu singen. Die Schaffnerin entpuppt sich als Marietta Wirtz, die seit Jahrzenten die Sitzungen der GKG mit ihren Liedern bereichert. Sie hat einen zum Thema passenden alten Song der Blääck Fööss gewählt. Und schon bald schunkelt der Saal zur Melodie des Liedes "Die 3 vun dä Linie 2". Kaum sitzt das Publikum wieder, werden die Lachmuskeln heftig beansprucht. Rosi Stetzkowski und Horst Pethke treten erstmals gemeinsam im Zwiegespräch auf. Als "Et Traumpaar" knallen sie sich die "Nettigkeiten" nur so um die Ohren. Ein schöner Vortrag der mit vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wird. Und damit geben sie den Startschuss für eine Reihe weiterer Highlights. Die Knallbonbons (Anne Jansen, Julia Jansen, Lina Hecker, Barbara Hecker, Friederike Lutz, Christina Sturm) reißen wie schon im Vorjahr das Publikum wieder mit und von den Stühlen. Doch dann graust es dem Bahnhofsvorsteher doch sehr, denn er entdeckt ein wegen der Weiberfastnacht schon arg lädiertes Funkenkorps auf dem Weg in die Bahnhofshalle. Aber Dank des engagierten Eingreifens des neuen Kommandanten Markus Büttgen reißen sich die Kerls zusammen. Und nachdem die Marie (Maria Hecker) mit ihrem Jung (Thomas Müller) ihren mit Höchstschwierigkeiten gespickten Tanz präsentiert haben, zeigen sie, dass auch sie das Tanzen nicht verlernt haben. Das Publikum ist hingerissen. Wie, so fragt sich der Bahnhofsvorsteher, ist die Stimmung noch zu steigern. Da kommen aus der Bahnhofsgaststätte drei Frauen, die man lange nicht mehr auf der Worringer Bühne gesehen hat. Einen Raunen geht durch den Saal "Die Pappnasen" sind wieder da. Erinnerungen werden wach an viele, viele wunderschöne Karnevalslieder mit Worringer Kolorit. Und zwei davon präsentieren sie, als ob sie nie von der Bühne Abschied genommen hätten. Das Publikum rast, und die Lieder, quasi Gassenhauer für den oftmaligen Sitzungsbesucher der GKG, schallen durch das Vereinshaus und weit darüber hinaus. So schön kann Sitzungskarneval sein! Und als nun endlich der Sonderzug nach Düsselmagen angekündigt wird und alle, ob auf, vor oder hinter der Bühne, lauthals zu singen beginnen "Oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen", da werden alle, die rot-weißen im Herzen tragen noch ein kleines Stück größer. Sie alle wissen, die Große hat wieder einmal Großes vollbracht. Text: Dieter Trojahn Fotos: Thomas Bochem/Robert Hecker Wie schön et wor luurt he! |