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Grandioses Debüt bei der Kostümsitzung der Großen Karnevalsgesellschaft |
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Es waren nur noch sehr wenige Stühle frei, als Sitzungsleiter Holger Miebach die Kostümsitzung seiner Gesellschaft
eröffnete. Eine bunt kostümierte und freudig gespannte Narrenschar bevölkerte den Saal des Vereinshauses. Und schon
ging es richtig los. Das Kindertanzkorps der GKG zog zu den Klängen des von Benedikt Pilz und Annika Nettersheim
gesungenen Kindertanzkorpsmarschs auf die Bühne. Sieben von elf kleinen Fünkchen und Mariechen, die zum ersten Mal
dabei waren, machten ihre Sache schon ausgesprochen gut. Dank der guten und unermüdlichen Arbeit der Betreuerinnen
Ina Linnig, Sandra Brischke und Julia Michel zauberten die Kleinsten eine wunderschöne, lautstark bejubelte
Tanzdarbietung auf die Bühne. Und dann kam endlich der, ohne den Sitzungen im Worringer Karneval nur das halbe
Eintrittsgeld wert sind. Seine Tollität Prinz Arno I. von der KG Immerfroh zog im Kreise seines Hofstaats unter
dem frenetischen Jubel seines anwesenden Narrenvolks auf die Bühne. Nachdem er artig vom Sitzungsleiter begrüßt
war, seine Rede an sein Volk gehalten hatte und alle ihm zu Ehren seinen Prinzenschlager mitgesungen hatten, war
endgültig der "gute, närrische Geist" eingezogen.
Dies bekam das elfjährige "fussich Ströppje" (Silke Jansen) bei ihrem begeistert gefeierten ersten Auftritt in der
Sitzung der "Großen" zu spüren. Sie hatte mit der Wahl des Liedes "Über Köln da lacht die Sonne" der Paraplüs den
richtigen Riecher. Denn alle im Saal ahnten oder wußten schon, wer über Düsseldorf lacht. Und wenn das mit soviel
kindlicher Anmut und Unschuld vorgetragen wird, dann kann das nur die Herzen zum Schmelzen bringen. Der Sitzungsleiter
strahlte, dass seine Ohren fast Besuch bekamen. So positiv eingestellt und vorbereitet empfing das Publikum den
fünfzehnjährigen Nachwuchsredner Christian Gaugler. Als "'ne Nohbarsjung" erzählte er in der Bütt, was er so in
der Welt der Erwachsenen erlebte. So konnte er dem neuen Küster schnell Auskunft geben über einen Mann, der an St.
Pankratius von der Mauer gefallen war: "Bei dem Aufschlag müsse es ein Tennisspieler sein". Dieses und andere
Krätzchen erheiterten die Anwesenden sehr und Christian verließ unter großem Applaus die Bütt.
Ihm folgten Anna Maria Pilz, die gemeinsam mit ihrer Mutter Marika seit einigen Jahren mit stimmungsvollen
Karnevalsliedern den Saal zum Schunkeln bringt. Der Boden war bereitet für die Premiere von " et Rosi"
(Rosemarie Stetzkowski). Sie wagte den Schritt in die Selbständigkeit in dem sie erstmalig mit einem Solo in die
Bütt stieg. Besonders die anwesenden Herren hörten sehr aufmerksam zu, wie sie über ihre Wahl zur Pletschbachkönigin
berichtete und wie ihr ganzes Leben schön war. Als Baby war sie schön nass, als Kind schön dreckig, in der Schule
schön doof und jetzt nur noch schön. Herzlicher Applaus waren der Lohn für diesen Vortrag. Nach soviel Zuhören und
Lachen wurde es aber wieder Zeit für etwas Bewegung im Saal. Garanten dafür waren die "Sänger us d'r Lohn". Wolfgang
Jansen präsentierte mit seinen Töchtern Anne und Julia das Lied "Ich han jedräump von minger Heimat" Eines von vielen
Liedern der Marie Luise Nikuta, die jedem echten Kölschen ans Herz und an die Nieren gehen. So war es nicht
verwunderlich, dass die drei mit Bravo- und Zugaberufen die Bühne verließen. Sie machten Platz für "Zwei Fründe
im Wartezimmer" (Willi Thoma, Herbert Meudt), die mit derben Witz die Zwerchfelle der Anwesenden heftig attackierten
und dafür viel Beifall ernteten. Doch dann wurde es ganz still im Saal. Eckkehard Isenberg, der wie immer alle
Gesangsnummern hervorragend vorbereitet hatte, entlockte seinem Klavier besinnliche Töne, in die zwei perfekt
aufeinander abgestimmte Singstimmen einfielen. Gänsehautfeeling verbreitete sich im Saal, als Jacqueline Piegsa und
Ilona Kircher durch die Reihen zur Bühne schritten. Erstmalig sangen beide gemeinsam und hatten mit einem Brings
Potpourri das richtige Händchen bewiesen. Zumal sie besinnlich begannen und vor Freude überschäumend endeten. Als
sie "Su lang mer noch am leeve sin" sangen, verwandelte sich das ganze Vereinshaus in ein Tollhaus. Da wurde sie
endlich von der Kette gelassen, die Wurringer Narretei. Nahezu ekstatisch tobte der Saal. Und vermutlich hätte der
Sitzungsleiter den nächsten Tag nicht unversehrt erreicht, hätte er den Zugaberufen nicht nachgegeben.
Der Saal tobte, die Stimmung war auf dem Siedepunkt. Nicht gerade einfach für die folgenden Darbietungen: aber die
Dilldöppcher mit ihrem tollen Tanz, Oliver Ecker und Karl-Heinz Wendling in einem begeisternden Zwiegespräch und
danach die Majorettengarde hielten die Stimmung am Kochen, so dass das Publikum fast dankbar war, als Holger Miebach
dem anwesenden Präsidenten des Festkomitees Worringer Karneval das Mikrofon übergab, um drei verdiente Mitglieder
der GKG für ihre Verdienste um den Worringer Karneval auszuzeichnen. Ute Miebach, Trudi Wirtz und Hans-Josef
Dittebrand erhielten aus der Hand von Klaus Ditttgen den Verdienstorden des Festkomitees Worringer Karneval in Gold.
Die darauf folgende Pause beendeten die Rhingdüwel, die mit ihrer wunderbaren Tanzdarbietung auch die letzten
Nachzügler schnell auf die Plätze lotsten und den Boden für "die Knallbonbons" (Julia Jansen, Anne Jansen, Barbara
Hecker, Friederike Lutz, Christina Sturm) bereiteten, die mit dem Lied "Kölsche Mädchen sind gefährlich" der Gruppe
Colör dafür sorgten, dass sich niemand wieder setzte. Ihnen folgten "Die Lästermäuler" (Karin Först, Manuela Löhr,
Dagmar Schotten, Claudia Büchel), die Ergebnisse ihrer Beobachtungen in Worringen und um den Worringer Karneval
gekonnt parodierten und viel Zustimmung ernteten, als es um die Einhaltung der innerörtlichen
Geschwindigkeitsbegrenzung ging oder um die Entwicklung beim alljährlichen Fußballturnier der Ortsvereine.
Ihnen folgte das Funkenkorps. Kommandant Markus Büttgen präsentierte stolz die aktive Reihe mit 10 Funken sowie den
Tanzoffizier (Thomas Müller) und das Mariechen (Maria Hecker). Unter den gestrengen Augen des Prinzen, der, wie
bekannt, selbst ein hervorragender Tanzoffizier war, zeigte die Truppe, was sie drauf hat. Und das konnte sich
wahrlich sehen lassen, wie dem anerkennenden Nicken des Prinzen zu entnehmen war. Der Saal jubelte.
Und so fühlte sich nicht nur der Sitzungsleiter gestört als nach Abzug der Funken ein schräger Typ mit strubbeligem
Haar die Bühne enterte und nach seinem Kumpel schrie. Spannung machte sich breit, was denn jetzt passieren würde.
Als sein Kumpel nun endlich kam, entspann sich zwischen den Beiden ein Zwiegespräch, dessen zündenden Witze den Saal
schier zum Bersten brachte. Das Publikum hing an ihren Lippen und fieberten dem nächsten Gag entgegen. Robert Hecker
und Willi Heun verbargen sich hinter diesen schrägen Vögeln. Viel Applaus begleitete sie nach dem tollen Zwiegespräch
von der Bühne.
Es wurde wieder Zeit zu schunkeln. Und wer sorgt besser dafür als das "Wurringer Mädchen" Marietta Wirtz. Auf Grund
ihrer sehr langen Bühnenerfahrung hat sie ein Händchen fürs Publikum und im Handumdrehen schunkelte der Saal. Oh
seeliger Sitzungskarneval! Doch wie so häufig, wenn es am schönsten ist, fiel ein Wermutstropfen in diese Harmonie
in rut und wiess und alle anderen jecken Farben. Unaufgefordert erschien ein Herr im feinen Zwirn auf der Bühne,
der steif und fest behauptete, er sei zu einer Prinzenprovokation eingeladen. Offensichtlich hatte der Sitzungsleiter
von ungebetenen Gästen die Nase voll, denn wie von der Tarantel gestochen sauste er von seinem erhöhten Sitz auf die
Bühne, um wie es schien persönlich Hand an diesen Krakeler zu legen. Doch schien er sich auf dem kurzen Weg besonnen
zu haben. Oder war es nur seine gute Kinderstube, die ihn veranlasste, statt der Körperkraft die Überzeugungskraft
der Worte wirken zu lassen. Dem herrlichen Dialog zwischen dem Störer (Hans-Josef Dittebrand) und ihm lauschte das
Publikum hingerissen. Erfuhren sie doch so einiges aus dem Worringer "Nähkästchen", beispielsweise das die Ehrengäste
der Sitzungen nicht zum Lachen sondern zum Repräsentieren eingeladen seien und sich deshalb auch so verhielten.
Nun wurde es aber langsam Zeit für die "Pappnasen" (Inge Schwickart, Margret Warnke, Gabi Neurath), die schon
ungeduldig auf ihren Auftritt warteten. Gert Neurath hatte ihnen eigens für diesen Abend ein wunderschönes Lied
geschrieben, dass sie mit viel Herz und Seele vortrugen. Wie immer beim Auftritt dieser drei war das Publikum
sofort Feuer und Flamme und quittierte die Vorstellung mit tosendem Applaus.
War dies, wie schon so oft auch das Ende einer rundum gelungenen Sitzung? Aber nein! Der Sitzungsleiter hatte ja
schon einige Male während der Sitzung drumherum geheimnist. Jetzt ließ er die Katze aus dem Sack. " Ladies and
gentleman, the GKG proudly presents (Für die Nichtkölner: Leev Fründe, mir sin stolz op) zum ersten Mal gemeinsam
auf der Bühne das Funkenkorps und die Majorettengarde der GKG, verstärkt durch zwei ehemalige Tanzmariechen
(Inge Hecker, Michaela Hoche). Was nun folgte, war unbeschreiblich. Nicht nur auf der Bühne tobte es, sondern
auch der Saal kam völlig aus dem Häuschen. Maria Hecker und Stefanie Bröder hatten ganze Arbeit bei der Choreografie
dieses Rock'n Roll geleistet. Dirty Dancing ließ grüßen. Maria Hecker zeigte im vollen Vertrauen auf die Jungs eine
tolle Luftakrobatik. Eine perfekte Tanzperformance, die man mehr als einmal ansehen musste, und so forderte das
Publikum lautstark die Zugabe. Und wenn sie alle auf und vor der Bühne nicht so außer Atem gewesen wären, dann
hätten sie auch noch ein drittes Mal rocken müssen.
Und so waren alle irgendwie dankbar aber auch enttäuscht, dass das Ende der Sitzung erreicht war. Ein strahlender
Präsident bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Helfern und besonders beim Publikum, die alle zum Gelingen der
Sitzung beigetragen hatten.
Text: Dieter Trojahn Fotos: Thomas Bochem, Rober Hecker Wie schön et wor luurt he! |