| Am Aschermittwoch ist ja bekanntlich alles vorbei. Und nach sechs tollen Tagen lechzt der Körper
nach Ruhe und Entspannung. Es gibt nur noch ein Ziel: die heimische Couch. Aber kaum läßt man sich auf dieser nieder,
streckt die müden Glieder aus und will selig schlummern, geht es los: Ein Ohrwurm jagt den nächsten. Es scheint,
das Hirn hat einen Sprung in der Platte. Ja, ich bin Kölle. Einmal Prinz zu sein, muss nicht sein. Rut und wieß, natürlich liebe ich dich. Der treue Husar, na wunderbar. Da sin mer dobei...... und, und, und. Hört es denn garnicht auf? Doch, aber bitte nicht so schnell. Zu schön waren sie wieder, die Tage unseres Worringer Heimatfests, die schönen Stunden in trauter rut-wießer Familienrunde. Und jetzt ist alles vorbei! Doch bevor die Session 2009 endgültig zu Geschichte wird, weckt dieser Bericht noch einmal Erinnerungen. Erinnerungen an den Rosenmontagszug, in dem unsere Gesellschaft wiederum ein hervorragendes Bild abgegeben hat. Nach sorgenvollen Blick auf einen wolkenverhangenen Himmel in der Früh hatte die Originalgruppe den Text unseres Mottowagen frei interpretiert mit "Das Wetter sich wandelt- der Eisbär handelt" und sich entsprechend vorbereitet. War ja auch nicht schwer. Einem bunten Schirm sieht man nicht so ohne weiteres an, ob er Sonnen oder Regen geeignet ist. Ersteres konnte für einige Minuten nach der Beendigung des Zuges bewiesen werden. Letzteres glücklicherweise nur einige Male für wenige Augenblicke während des Zuges. Wettertechnisch gesehen war also klar, dass der Prinz am Sonntag in der Messe, als es dort um das Wetter für den Rosenmontag ging, nicht so ganz inbrünstig gebetet haben konnte. Und was die Temperaturen anging, da konnten die Eisbären und Eisbärinnen am Ende des Zuges schon fühlen, wie es dem echten Eisbären angesichts des Klimawandels gehen muss. Nur, der Ärmste kann eben keinen Zipp betätigen, um sich Erleichterung verschaffen. Und so kamen die zahlreicher Zuschauer am Zugweg nicht aus dem Staunen heraus, als unsere Gesellschaft an ihnen meistens gut organisiert und diszipliniert vorbeizog. Es baute sich ein toller Spannungsbogen auf, beginnend mit dem Kindertanzkorps. Unseren Jüngsten kann nur Anerkennung gezollt werden mit welchem Durchhaltevermögen und stoischer Ruhe sie den langen Marsch absolvierten. Die Dilldöppcher, die Rhingdüvel, die Majorettengarde und die Funken präsentierten sich in gewohnt souveräner Weise, so dass unsere Zugordner und der Präsident keinen Grund zum Handeln sahen. Und dann kamen sozusagen zur Vorbereitung des Höhepunkts der Darstellung der GKG 40 Eisbären in wundersamen Outfit. Hier konnte die neueste Badekollektion für den erhitzten Eisbären hautnah besichtigt werden. Die vielen Lacher und die Begeisterung der Zuschauer bewies, dass es eine gute Idee war, der Kreativität unserer Mitglieder keine Grenzen zu setzen. Das herrliche Bild, dass wir im Zug abgaben, wurde logischerweise durch unseren prächtigen Mottowagen abgerundet. Und es bedarf keiner seherischen Fähigkeiten, das der ein oder die andere der am Zugweg Stehenden beim nächsten Besuch im Zoo Ausschau nach baumelnden Pinguinfräcken halten wird. Doch eines ist sicher, nackelige Pinguine gibt es nur im Worringer Rosenmontagszug. Ob die hohen Herren des Festkomitees diese aufreizende Darstellung nackter Haut wohl übersehen haben? Anders ist es nicht zu verstehen, dass es keinen Aufschrei des Entsetzens oder sogar den Wunsch nach einer Bedeckung der Blöße gab. Wem aus unserer Familie die jährliche Montagswanderung noch nicht genug war, der fand sich am Dienstag zum Trecking im Zint Tünnes ein. Waren es zuerst auch nur wenige, die kamen, um die im letzten Moment aus der Eifel eingeflogenen Musiker zu besichtigen ( Insider wußten es ja schon, wegen eines Todesfalls hatten die etatmäßigen Eifler sehr, sehr kurzfristig absagen müssen), wurden es im Laufe des Tages doch erfreulich viele, die den Fuß noch Mal vor die Tür setzten. Uns so zog unsere Gesellschaft mit klingendem Spiel das Dorf hinauf und wieder herunter. Die Musiker waren Spitze, und deshalb marschierte eine aufgeräumt, schwatzende Gesellschaft hintendrein. Die Mittagspause nutzte unser Präsident, Holger Miebach um den Ehrenorden der Föderation Europäischer Narren an zwei verdiente Mitglieder zu verleihen. Willi Schindler und Harald Piegsa erhielten die Auszeichnung. In seiner kurzen Laudatio hob der Präsident das außergewöhnliche Engagement der beiden für den Wagenbau unserer Gesellschaft hervor. Der herzliche Applaus aller Anwesenden zeigte, dass hier die Richtigen geehrt wurden. Zu später Nachmittagsstunde mußten leider terminbedingt einige Mitglieder der Eifelmusik früher gehen. Aber wie gut, das wir eine musikalische Allzweckwaffe haben. Holger Miebach klemmte sich kurzerhand das Trömmelchen vor den Bauch. Und nur wer genau hinhörte, bemerkte den kleinen Unterschied zum Original der Musiktruppe. Text/Fotos: Dieter Trojahn Bilder vom Kinderzug am 22.02.2009 Bilder vom Rosenmontagszug am 23.02.2009 Bilder vom Dienstagstreck am 24.02.2009 |