Kindersitzung am 19.01.2008
Wenn kleine Sheriffs, Clowns, Feen, Prinzessinnen, Piraten, Polizisten, Feuerwehrleute und und und ..... das Vereinshaus bevölkern, Andrea Jansen im rot gepunkteten weißen Rock das Einmaleins für Sitzungseleven erklärt , Rakete auf Rakete im Saal empor donnert und die Prinz-Kamelle-Rufe auch das taubste Ohr erreichen, ja dann ist die Kindersitzung der GKG angesagt. Am Samstag war es wieder soweit. Und trotz des etwas ungünstigen Samstagnachmittagstermin fanden sich reichlich kleine Jecken mit Begleitung ein. Als der Prinz wegen seiner verhuddelten Strumpfhosen, so erklärte es Andrea Jansen den Kindern, verspätet den Saal betrat, verschlug es ihm schier die Sprache angesichts der kostümierten Gesellschaft, die ihn mit großen kindlich neugierigen Augen ansah und ihn begeistert empfing. Denn da war man ja schon mitten im Programm und entsprechend war die Stimmung.

Denn kaum, dass die Kinder Platz genommen hatten, trieb es sie schon auf die Stühle. Nachdem Sitzungsleiterin Andrea Jansen hervorragend unterstützt von ihrem Adjudanten Christian Gaugler die Dilldöppcher angesagt hatte, fegten 7 junge Mädchen auf die Bühne und tanzten, was das Zeug hielt. Die Kinder waren begeistert und sparten nicht mit Applaus. Die erste Rakete wurde gestartet. Danach wurde es erstmal still im Saal, zuhören war angesagt. Eine Übung, die ja nicht nur Kindern manchmal schwerfällt. Aber als zwei, trotz ihrer Jugend (9 und 10 Jahre) schon sehr erfahrene Rednerinnen, Sabrina Gaugler und Lara Linnig, die Bühne betraten und von ihrer Schule berichteten, dann wurde es doch ganz mäuschenstill im Saal (na ja, fast ganz, denn es waren ja auch welche da, die noch nicht zur Schule gehen). Aber aufmerksam wurden alle, als es um UFOs in der Schulküche ging, die gesichtet wurden. Des Rätsels Lösung, es handelte sich um unbekannte fleischähnliche Objekte. Mit diesem und vielen anderen Erkenntnissen, Scherzen und kleinen Gemeinheiten unterhielten die beiden mit ihrem Zwiegespräch auf das Vortrefflichste. Auch für sie, die Rakete der Lohn. Joeline Piegsa folgte und sang den Kindern ein Lied, dass irgendwie afrikanisch klang. "Jambo boana" hieß es, und erzählte tatsächlich von Afrika. Joeline sang dieses Jahr erstmals solo, denn bisher wurde sie immer von ihrer großen Schwester unterstützt. Aber souverän bestand sie ihren ersten Soloauftritt, der frenetisch bejubelt wurde (Rakete inklusive).

Die Majorettengarde kam nun dran und heizte mit den Rhythmen, der von ihnen vorgetragenen Tänze, die Stimmung weiter an, so dass die inzwischen gesichteten Späher des Prinzen sicherlich nur positive Nachrichten überbringen konnten. Das Tambourkorps "Frisch-Auf" wurde angesagt, aber Heureka, was war denn das für ein Tambourkorps. Ein einzelner, auf seiner Querflöte spielender Clown (Tambourmajor Siegfried Weigel), zog wie weiland der Rattenfänger von Hameln auf die Bühne. Die Kinder lauschten dem Spiel hingerissen und manch Eltern, vielleicht an die Sage erinnert, umfassten ihr Kind vorsorglich. Aber keine Angst, dieser Clown brauchte nur die Unterstützung aus vielen Kinderkehlen um das Tambourkorps in den Saal zu holen und zum Aufspielen zu bringen. Eine wirklich schöne Idee. Und als die kleinsten, die die Treppe bevölkerten auch noch ganz nah an die decke Trum durften, ja sogar einen Schlegel in die Hand bekamen, um ehrfürchtig auf die Trommel zu hauen, die ja soviel größer war als der kleine Mensch davor , da kannte die Begeisterung keine Grenzen.

So stieß der Prinz, als er in Begleitung des Funkenkorps in den Saal einzog auf eine außer Rand und Band geratene "kleine" Gesellschaft. Wie es sich für einen Prinzen geziemt, sprach er mit der gleichen Ernsthaftigkeit zu den kleinen Narren, wie zu den Großen. Und als der Prinzenschlager gesungen war, das Funkenkorps unter dem Kommando von Robert Hecker, der kurzfristig eingesprungen war, mit Stippeföttche, Mariechentanz und Funkentanz begeistert hatte, tobte der Saal.

Das Schluffentheater zog auf die Bühne und bot den Kindern eine etwas eigenwillige Version des Märchens "Aschenputtel". Nachdem die häßlichen Schwestern durch ihr schauerliches Aussehen und ihre noch schauerlicheren Stimmen für viel Gelächter gesorgt hatten, begriffen die Kinder schnell den Text und schon bald scholl ein vielstimmiges "Pling" und "Okay" durch den Saal. Diese beeindruckende Vorstellung wurde selbstverständlich mit einer Rakete bedacht. Jetzt war die Zeit reif, das in der Theorie schon gelernte Schunkeln in die Praxis umzusetzen. Marika Pilz und ihre Tochter Anna-Maria sangen das Schunkellied "Wenn es dunkel weed in Kölle". Und siehe da, die nicht ganz einfach Übung, bei den Nachbarn einhaken und im Gleichklang schunkeln, gelang überraschend gut. Ja und dann sorgte ein Püngel Flüh für große Begeisterung. Das Kindertanzkorps der GKG zog auf und tanzte, was einfach nur zum Nachahmen einlud. Und schon konnte auch im Publikum, das ein oder andere Fünkchen oder Mariechen in spe entdeckt werden. Die Rhingdüvel, die dann folgten verstärkten dank ihres Tanzes den Bewegungsdrang noch, so dass es nun schon heftig im Saal hin und her wuselte. Aber als Sarah Steven das Lied "Alle Mann, nix wie ran" vortrug und daran anschließend die Dilldöppcher zum Abschluss der Sitzung ihren zweiten Tanz zeigten, da schien das Vereinhaus aus den Fugen zu geraten.

Vermutlich hat es sehr lange, gedauert bis die vor Begeisterung geröteten Gesichter der Kinder auf Normalfarbe zurückgeschaltet haben. Andrea Jansen bedankte sich bei allen Mitwirkenden vor auf und hinter der Bühne für die Mitwirkung bei dieser gelungenen Veranstaltung. Und der Vizepräsident peter Schmidt ließ es sich nicht nehmen, Andrea Jansen seinen Respekt und seine Anerkennung für diese von ihr organisierte und geleitete Sitzung zu zollen.

Spätestens hier fiel auf, dass man den Präsidenten Holger Miebach irgendwie gar nicht richtig gesichtet hatte, oder vielleicht doch? Denn gehört hatten alle an diesem Nachmittag reichlich von ihm. Und wer während der Sitzung genau auf die Bühne gesehen hatte, dort wo drei Musiker neben Ekkehard Isenberg für Tusch und Begleitmusik gesorgt hatten, der sah einen hochkonzentrierten Holger Miebach am Schlagzeug, der mit sichtlichen Vergnügen auf Becken und Trommeln eindrosch. Unterstützt von Ralf Schweren, Trompete und Bernd Gassen, Saxophon entwickelte dieses Trio binnen kurzem eine Souveränität, die einer professionellen Truppe kaum nachstand.

Text: Dieter Trojahn
Fotos: Robert Hecker/Thomas Bochem

Luurt doch ens die Bilder!

HOME