Wenn das kein gutes Omen ist!
Bericht von der Generalversammlung 2008 der Großen Karnevalgesellschaft von 1926
Fast auf die Sekunde genau mit Beginn des neuen Tages beschlossen die anwesenden Mitglieder nahezu einstimmig die Gründung
einer neuen Karnevalsgesellschaft mit dem Namen "Grosse Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen von 1926". Vorausgegangen war
ein Kraftakt von Dr. Holger Miebach, der in wahrhaft herkulischer Manier in einem 2 Stunden dauernden Lese-, Rede- und
Antwortstehen-Marathon den Weg bereitete, das die neue Gesellschaft in das Vereinsregister des Amtsgerichts Köln eingetragen
werden kann und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch die Finanzbehörden eingeholt werden soll. Wie schon aus dem Namen
ersichtlich, ändert sich am Sinn und Zweck des neuen Vereins nichts gegenüber der nun nicht mehr existierenden
Karnevalsgesellschaft gleichen Namens. Die Vereinsfarben waren und sind rot-weiß. Das Motto lautet nachwievor: Von Zoten frei
die Narretei. Und es geht auch dem neuen Verein ausschließlich um unser heimatliches Brauchtum, den Worringer Karneval.
Es war nicht nur Zigarettenrauch, der an diesem denkwürdigen Freitagabend, den 14. März 2008 durch den Saal des Vereinshauses
in Köln-Worringen waberte, sondern auch der Hauch der Geschichte, der die zahlreich erschienenen stimmberechtigten Mitglieder
der Großen Karnevalsgesellschaft von 1926 angelockt hatte. Waren sie doch gekommen, um im Beisein ihres Ehrenpräsidenten Robert
Schneider, die alte GKG in Ehren zu begraben und tatkräftig bei der Geburt der neuen GKG Hand anzulegen. Doch bis es soweit war,
mussten erst noch die üblichen Tagesordnungspunkte einer Generalversammlung nach altem Muster abgearbeitet werden. So stand
neben der Aufnahme eines neuen aktiven Mitglieds die Ehrung von Peter Schlimgen für 40 Jahre Treue zur GKG auf der Tagesordnung.
Große Zufriedenheit bei den Anwesenden erzeugte der Kassenbericht von Gabi Jansen, der Grund zur Annahme erlaubte, dass die
Beiträge nicht erhöht würden. Trotz säumiger Beitragszahlungen in beträchtlicher Höhe bezeichnete der Präsident Dr. Holger
Miebach unter dem Beifall der Anwesenden die Kassenlage als grundsolide. Die Berichte der Gremien von D wie Dilldöppcher bis
W wie Wagenbau schlossen sich an. Die Mitglieder hörten aufmerksam zu und waren mit dem Präsidenten einig, der sich für die
hervorragend Arbeit aller Funktionsträger, aber auch all jener Mitglieder bedankte, die bereitwillig Aufgaben in der vergangenen
Session übernommen hatten. Thomas Bochem gab den Bericht der Kassenprüfer ab und beantragte im Anschluss daran die Entlastung
des Vorstandes, dem sich die anwesenden Mitglieder einstimmig anschlossen.
Damit war die Große Karnevalsgesellschaft führungslos und es begann ein Abschnitt, den es so noch nie gegeben hat und auch nie
wieder geben wird. Es wurde Karnevalsgeschichte in Köln-Worringen geschrieben. Dr. Holger Miebach erhob sich und machte den
Personen im Saal klar, dass er die folgende Moderation nicht mehr als Präsident sondern als "einfaches" Mitglied der GKG machen
werde. Er berichtete, dass der AK Satzung bestehend aus Dr. Holger Miebach, Peter Schmidt, Ernst Annas, Paul-Heinz Wirtz,
Hans-Herrmann Jansen, Jürgen Kircher, Thomas Schindler und Robert Hecker eine bereits mit einem Rechtspfleger abgestimmte
Satzung entworfen habe, die als Grundstock zur Grün-dung eines Vereins im Sinne der Gesetze benötigt werde. Die Satzung wurde
verteilt und Paragraf für Paragraf vorgelesen und ausgiebig im Plenum diskutiert. Nach gut 2 Stunden angeregter, teils
lautstar-ker Diskussion und nachdem auch jeder im Saal sicher sein konnte, das die neue GKG - mit gleichen Orden und Emblem -
den gleichen Zweck, wie die alte GKG verfolgen wird, wollten dann doch alle Gründungsmitglieder sein und damit Vereinsgeschichte
schreiben. Es gab noch einen kurzen Tumult bei der Feststellung der Anzahl der Gründungsmitglieder, wobei sich manch einer den
Gang zur Toilette wegen des historischen Moments verkneifen musste. Und dann war es endlich soweit. Die auf Grund der
vorangegangenen Diskussion leicht modifizierte Gründungssatzung wurde mit einer über-wältigenden Mehrheit angenommen. Damit war
der neue Karnevalsverein, die "Grosse Karnevalssgesellschaft Köln-Worringen von 1926" geboren. Nach einem kurzem Moment des
Abschiedschmerzes wurden durch einstimmigen Beschluss alle Mitglieder, anwesende und nicht anwesende, stimmberechtigte und
nicht stimmberechtigte, sowie das gesamte mobile Vermögen der alten GKG in einem Rutsch sozusagen, in den neuen Verein
übertragen. Und zu diesem Zeitpunkt hörte die alte GKG auf zu existieren.
Doch nun galt es ja dem Verein auch einen Vorstand zu wählen, wie es in der Satzung vorgeschrieben ist. Robert Schneider wurde
zum Wahlleiter bestimmt. Nachdem er seine Freude darüber geäußert hatte, das er seiner stattlichen Titelsammlung im Worringer
Karneval auch noch den eines Grün-dungsmitglieds hinzufügen durfte, richtete er einige Worte des Dankes und der Anerkennung an
die Gesellschaft. So dankte er dem Vorstand für die gute Arbeit im vergangenen Jahr, bezeichnete den in diesem Jahr
außerordentlich gut gelungenen Zugwagen als "besten Wagen im Zug" und zollte Dr. Holger Miebach seine vollste Anerkennung
für seine Arbeit als Präsident der verblichenen GKG. Der neuen GKG wünschte er alles erdenklich Gute. Zur Wahl des Präsidenten
wurde aus den Reihen der Gründungsmitglieder nur Dr. Holger Miebach vorgeschlagen, der dann auch einstimmig gewählt wurde.
Unter lang anhaltendem Applaus nahm er die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen. Nun galt es satzungsgemäß noch 3
weitere Vorstandspositionen zu besetzen. Ebenso überzeugend wurden Peter Schmidt als Vizepräsident, Gabi Jansen als
Schatzmeisterin und Gerti Kircher als Geschäftsführerin gewählt.
Eigentlich waren jetzt schon alle etwas müde, aber es gab noch ein Paar Tagesordnungspunkte, die auf die Behandlung warteten.
Um die volle Geschäftsfähigkeit der neuen Gesellschaft in Analogie zur alten zu erreichen, galt es die in einer noch zu
konkretisierenden Vereinsordnung festgelegten Mitglieder des erweiterten Vorstands zu wählen oder zu bestätigen. Bis auf
eine Position erfolgte auch hier die uneingeschränkte Zustimmung zu den vorgeschlagenen Kandidaten. So dass in der kommenden
Session die Grosse Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen von 1926 mit folgendem Gesamtvorstand an den Start gehen wird.
| Präsident: |
Dr. Holger Miebach |
| Vizepräsident: |
Peter Schmidt |
| Geschäfsführerin: |
Gerti Kircher |
| Schatzmeisterin: |
Gabi Jansen |
| Schriftführer: |
Thomas Gaugler |
| Literatin: |
Andrea Jansen |
| Senatspräsident: |
Hans-Wolfgang Annas |
| Kommandant Funkenkorps: |
Markus Büttgen |
| Leiter Wagenbau: |
Michael Pleißner |
Auf Vorschlag des Senats wurden Heinz-Wolfgang Annas und Paul-Heinz Wirtz für ihre langjährigen, außerordentlichen Verdienste
um die GKG zu Ehrenmitgliedern ernannt. Und als Dr. Holger Miebach dann auch noch mitteilte, dass für die kommenden Session
keine Beitragserhöhungen vorgesehen seien, kannte die Zufriedenheit keine Grenzen mehr und manch einer schielte schon zur Uhr,
die sich unaufhaltsam dem dräuenden Morgen zu nähern schien. Aber da entbrannte unter dem Punkt Verschiedenes eine heftige
Diskussion, deren Sinn und Zweck hinterher niemand so richtig nachvollzie-hen konnte; aber vielleicht hatten einige nur zu
lange zu still sitzen müssen. Und als ein inzwischen völlig heiserer Präsident mit dem Absingen der alten, neuen Vereinshymne
beginnen wollte, da hatte doch ein Mitglied tatsächlich noch aufgepasst und stellte fest, dass man eine wichtige satzungsgemäße
Wahl schlichtweg vergessen hatte.
Da nun aber alle schon singen wollten, wurden im Schnelldurchgang Angelika Knüppel und Herbert Meudt zu Kassenprüfern gewählt.
Und dann durfte endlich gesungen werden. Mit dreimol Rut-wieß Alaaf beendete ein sichtlich erschöpfter, aber zufriedener
Präsident die Generalversammlung, die sicher in die Analen des rot-weißen Vereinskarnevals in Köln-Worringen eingehen wird.
17. März 2008
Text: Dieter Trojahn
Fotos: Dieter Trojahn
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